120 Jahre Kolping Vilseck


120 Jahre Kolpingsfamilie Vilseck
Zeitungsbericht der Amberger Zeitung vom Donnerstag, 25. November 2004




Ein biblisches Alter erreicht
Kolpingsfamilie Vilseck feiert mit Festabend ihr 120-jähriges Bestehen - Engagement für Slowenien

Vilseck. (zip) Die Kolpingsfamilie Vilseck hat mit einem Gottesdienst und einem Festabend ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Langjährige Mitglieder wurden für ihre Treue zum Verein ausgezeichnet. Für 25-jährige Tätigkeit in der Vorstandschaft erhielt Vorsitzender Kraus die Ehrennadel des Diözesanverbandes.

In seiner Ansprache ging Vorsitzender Hermann Kraus auf die Geschichte ein. Die Kolpingsfamilie Vilseck hat der Schustergesellen Leonhard Söllner ins Leben gerufen. 1884 trafen sich einige Gesellen das erste Mal im Gasthaus Schlegl. 1931 kaufte der Verein unter Präses Brandl dem Staat das Kolpinghaus, ein Teil der Burganlage Dagestein, ab. Mitglieder bauten den ehemaligen Getreidestadel um.

Burgstüberl geschaffen
1932 weihte Bischof Michael Buchberger das Kolpingshaus ein. 1974 wurden ein Waschhaus und zwei Gefängniszellen zum "Burgstüberl" umgebaut. In ihrer Geschichte hatte die Kolpingsfamilie 27 Präsides. Als Höhepunkt bezeichnete Kraus die 100-Jahr-Feier. Die Kolpingsfamilie Vilseck engagiert sich für die Flüchtlingshilfe Slowenien (in Maribor) und unterstützt die Missionsarbeit in Brasilien.

Stadtpfarrer Dietmar Schindler gratulierte dem Verein zu seinem biblischen Alter. Lob und Anerkennung gebühre allen Mitgliedern und Vorständen. Sie hätten es geschafft, dass eine Gemeinschaft über so eine lange Zeit besteht und zusammengewachsen ist.

Bürgermeister Hans-Martin Schertl würdigte,"dass in unserer schnelllebigen Zeit der Verein das Andenken Adolf Kolpings bewahrt hat". Die Kolpingfamilie Vilseck bezeichnete er als sehr rührig, vor allem in der Jugendarbeit und im missionarischen und humanitären Engagement. Auch die Geselligkeit, sei es bei den Kolpingabenden im Burgstüberl oder beim Kolpingball, werde groß geschrieben. Dass eine sehr gute und harmonische Beziehung zur Diözese Maribor besteht, belege die Anwesenheit der drei Krasovec-Brüder, so Schertl.

Domkapitular Mirco Krasovec erwähnte, dass Kolping Vilseck schon öfters Lebensmittel und Kleidung für Flüchtlinge nach Slowenien gebracht hat. Die mit der Kolpingsfamilie Vilseck gemachten Erfahrungen haben ihn nach eigenen Angaben veranlasst, vor zwölf Jahren die Kolpingsfamilie Maribor wieder zu gründen. Bis 1990 war Slowenien ein sozialistisches Land und die ganze Last der sozialen Leistungen lag auf den Schultern der Priester, fuhr Krasovec fort. Zwischenzeitlich gebe es in Slowenien wieder 36 Kolpingfamilien. Mirco Krasovec überreichte Hermann Kraus ein Kristallvase aus Slowenien

Glückwünsche überbrachten auch Bezirksvorsitzenden Ursula Christau, stellvertretender Pfarrgemeinderatsvorsitzender Erich Gebhardt und Frauenbundsvorsitzende Hildegard Ringer. Der Amberger Stadtpfarrer Franz Meiler erheiterte beim Festabend die Besucher mit Erinnerungen an seine Zeit bei der Vilsecker Kolpingsfamilie. Er appellierte an den Verein, das Gemeinschaftsleben immer hoch zu halten und zu pflegen.

Diözesanpräses Harald Scharf zeichnete langjährige Mitglieder aus. Seit 70 Jahren hält Johann Englhardt der Kolpingsfamilie die Treue. Wegen Erkrankung konnte der Jubilar nicht an der Feier teilnehmen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Georg Maul und Johann Zeitler geehrt.

Seit 25 Jahren dabei
Vor 25 Jahren waren Andrea Hampel, Martin Kaiser, Ernestine Mußemann, Angela Seebauer, Christine Wiesnet, Franz Eschenwecker, Martin Kohl, Christian Lindl, Robert Richter, Gerhard Schönl, Peter Weiß und Alwin Zeitler eingetreten. Die Ägidius-Bläser Franz Winkelmann, Franz Eschenwecker und Jo Göttlinger (von der Zeitung vergessen zu erwähnen) gestalteten musikalisch die 120-Jahr-Feier.





Höhen und Tiefen Ehrennadel für den Vilsecker Kolping-Vorsitzenden

Vilseck. (zip) Den Festvortrag bei der 120-Jahr-Feier der Kolpingsfamilie Vilseck (siehe dazu auch oben stehenden Bericht) hielt Diözesanpräses Harald Scharf. In seinen 120 Jahren hat der Verein viele Höhen und Tiefen erlebt. Aufgebracht werden musste viel Energie, um den Verband vor Ort zusammen zu halten, um dem Werk treu zu bleiben und auch um "durch dunkle Stunden und Zeiten zu gehen". Dies alles sei der Kolpingfamilie in hervorragender Weise gelungen.

Sein Referat hatte Scharf mit "Menschen brauchen ein Familie, die Kinder brauchen Eltern" betitelt. Um die Familie bemühe sich das Kolpingwerk im Auftrag ihres Gründers besonders. Adolf Kolping habe sich zwar in erster Linie für Gesellen und Handwerker eingesetzt. Jedoch wollte der Gründer auch immer Handwerker, die fähig sind, Familien zu gründen und ihre Kinder im christlichen Sinne zu erziehen, so Scharf. Adolf Kolping werde ja auch Apostel der Familie genannt nicht nur Gesellenvater.

Mit der Ehrennadel das Diözesanvorstandes wurde Hermann Kraus ausgezeichnet, der sich seit 25 Jahren in der Vorstandschaft der Kolpingfamilie engagiert.