Adolph Kolping


Das Leben und Wirken Adolph Kolpings

Aldolph Kolping ist am 8. Dezember 1813 in Kerpen in der Nähe von Köln geboren. Sein Vater Peter Kolping arbeitete bei einem Gutsherrn im Dorf als Schäfer. Seine Mutter, Anna Maria, war von Beruf Hausfrau. Adolph Kolping hatte auch drei Geschwister, einen Bruder Wilhelm, und zwei Schwestern Margarette und Anna Katharina. Kolpings dritte Schwester Anna Maria die nach ihrer Mutter benannt wurde, starb nach 4 Jahren schon wieder. Die Familie Kolping war damals nicht die reichste Familie in Kerpen, was sich andere leisten konnten, davon durften sie nur träumen. Die Eltern von Adolph Kolping achteten von Geburt an darauf, dass er sehr christlich erzogen wurde. So war für sie das Gebet vor und nach jeder Mahlzeit selbstverständlich. Kolping ging damals sehr gern in die Schule. Das lag an seinem Lehrer Jakob Wilhelm Statz. Sehr oft ging er nach der Schule mit zu seinem Lehrer, um bei ihm weiter zu lernen. Da Kolping sich selbst keine Bücher leisten konnte, hatter er sie sich bei seinem Lehrer ausgeliehen.
Mit 13 Jahren begann er das Berufsleben. Er musste einen einfachen Handwerksberuf lernen, da die Familie kein Geld hatte. er lernte das Schuhmacherhandwerk bei dem Schuhmacher Meuser in Kerpen. Nach 3 Jahren Lehrzeit wurde er Geselle und arbeitete mal in dem einen Dorf, mal in dem anderen Dorf wie es ihm gerade so passte. Doch alle Dörfer waren nicht mehr als 15 Kilometer von Kerpen entfernt.
Am 4. Juli 1833 starb seine Mutter im Alter von 59 Jahren, was für ihn ein großer Schlag war.
Die nächsten Jahre arbeitete Kolping in Köln als Schuhmachergeselle. Sein Meister war sehr nett und er war froh ihn kennengelernt zu haben. So gute Meister gibt es in der ganzen Stadt nicht viele. Doch im Dezember des gleichen Jahres stellte sich heraus, dass er doch nicht so gut war. Denn er versuchte ihn mit seiner Tochter zu verkuppeln. Doch Kolping lehnte ab und suchte sich einen neuen Weg vielleicht doch Pfarrer zu werden.
1837 durfte er noch einmal zur Schule gehen. Er war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und der Älteste in der Klasse. Vor allem, weil seine Mitschüler 10 - 12 Jahre alt waren, und einer seiner Lehrer war nur 1 Jahr älter als er selbst. Das Schulgeld und seinen Lebensunterhalt musste er aber trotzdem verdien. Also gab er Nachhilfestunden an der Schule. Dafür brauchte er immer den ganzen Nachmittag. Die Hausaufgaben erledigte er bis spät in die Nacht.
Am 19. Dezember 1840 bekam er nachts eine Botschaft, auf der Stand: "Bitte kommen Sie sofort! Ein Mensch in höchster Not braucht ihre Hilfe. Kommen Sie, um Gottes Willen"! Er machte sie so schnell wie möglich auf den Weg zu dem Haus. Dort wartete eine junge Frau auf ihn. Er kannte Marialen Meller, die älteste Tochter des Gutspächters Johann Meller, bei dem sein Vater arbeitete. Im Has lag sterbendkrank der Hauslehrer von Marialen. Marialen Meller bat Kolping, dass er bei ihm bleibt. Am Morgen des nächsten Tages starb der Lehrer dann. Er wurde von Kolping noch vor Weihnachte beigesetzt. Das war der Wunsch von Fräulein Meller. Als er zu Weihnachten seinen Vater und seine Geschwister besuchte, traf er wieder auf Fräulein Meller. Sie wollte ihm zum Dank das Studium finanzieren. Er bat um 3 Wochen Bedenkzeit und nahm danach das Angebot an. So waren seine finanziellen Probleme vorerst einmal gelöst.
Kolping übersprang einige Klassen und durfte früher als geplant sein Studium in München antreten. Dort verlebte er eine schöne Zeit. In seinen Semesterferien im August 1841 machte er sich zu Fuß auf den Weg nach Italien auf. Unterwegs traf er sich mit einem Studienkollegen. Sie besuchten zusammen Venedig und kamen im November zurück. Nach einem weiteren Jahr in Bonn durfte er wieder nach Köln ins Priesterseminar. Hier kam ein hartes Jahr auf ihn zu, denn die Regeln waren sehr hart. Aber er hat es geschafft.
Am 13. April 1845 feierte er seine Priesterweihe. In der Nacht zuvor starb sein Vater. Kolping erfuhr es beim Einzug in die Kirche. Doch er verlor nicht die Nerven und behielt die Fassung.
1845 wurde er Kaplan in Eberfeld. Johann Gregor Breuer hatte in Eberfeld schon viele Vereine gegründet. Breuer war es auch, der den ersten Gesellenverein auf der Welt gründete. Adolph Kolping wurde zum Präses dieses Vereins gewählt. Er war so fasziniert von diesem Verein, dass er sich entschloss, solche Vereine auch in anderen Städten zu gründen. Deshalb fuhr er wieder zurück nach Köln und gründete dort den ersten Gesellenverein. Doch es kamen nur 7 Gesellen am Anfang. Das war eine bittere Erfahrung für Kolping.
1849 war ein schlimmes Jahr für Köln, denn die Cholera ist ausgebrochen und es starben an einem Tag mehr als 100 Menschen. Auch aus dem Gesellenverein der mittlerweile doch schon fast 90 Mitglieder hat starben 10 Menschen. Im März 1850 gab es wieder Grund zur Freude. Das 200. Mitglied hatte sich gemeldet. Der bisherige Versammlungsort, die Kolumba-Schule in Köln wurde zu klein. Deshalb ging Kolping betteln, um sich ein eigenes Haus für den Verein kaufen zu können. Sie kauften das "Ledersche Haus" in der Breiten Straße. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur 3 Vereine auf der ganzen Welt. Dies waren Ebersfeld, Köln und Düsseldorf. Düsseldorf hatte einen eigenen Verein zu Ehren Kolping gegründet.
Das machte Kolping wieder Mut und er machte die erste größere Reise in seinem Leben. Er fuhr nach Augsburg, München, Salzburg, Innsbruck, Steyr und nach Wien. Überall in diesen Städten konnte er einen Verein gründen oder die Gründung vorbereiten. Bei seiner zweiten Reise fuhr er über Magdeburg und Dresden nach Prag. Außerdem besuchte er die Gesellenvereine in Wien, Graz und im kroatischen Zagreb. Auch in Budapest konnte er die Gründung eines Vereins vorbereiten.
Dezember 1858 gab es bereits 191 Gesellenvereine mit mehreren Tausend Mitgliedern. Am 22.04.1862 wurde er zum "Päpstlichen Geheimkämmer" ernannt. Außerdem schenkte der Papst Kolping eines seiner Messgewänder. Was für Kolping ein hoher Ruhm war. Und im Juli 1865 gab es mittlerweile rund 60000 Mitglieder.
Am 4. Dezember 1865 ist Adolph Kolping gestorben - weniger Tage vor seinem 52. Geburtstag. Sein Grab ist vor dem Josefsaltar, in der Minoritenkirche in Köln. Andere haben sein Werk, das heutige Internationale Kolpingwerk, weitergeführt.
Am 27. Oktober 1991 wurde Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.